Die Gründerjahre des Musikvereins
Im Oktober 1928 fanden sich acht junge Männer zusammen, die das gleiche Ideal hatten: „MUSIZIEREN“. Man beschloss, in bestimmten Stunden zusammenzukommen, im gemeinsamen Zusammenwirken die edle Kunst zu pflegen, die schon manchen trübseligen Menschen Sonnenschein bereitet, die Gemüter aufgeheitert und erfreut hat. Aus diesem Beweggrund haben sich acht junge Musikanten unter Führung von Hermann Bauer (Foto) entschlossen, den Musikverein Landsweiler aus der Taufe zu heben.
Dies waren:
- Hermann Bauer +
- Hermann Hoffmann +
- Heinrich Paul +
- Heinrich Löw +
- Johann Dillinger +
- Johann Hoffmann +
- Emil Weber +
In der Gründungsversammlung wurde Herr Emil Weber zum 1. Vorsitzenden gewählt. Der eigentliche Initiator und Organisator zur Gründung des Musikvereins war der erste Dirigent des Vereins, Herr Hermann Bauer. Mit welchen Schwierigkeiten dieses Amt verbunden war, wird dem Leser deutlich, wenn er folgendes bedenkt: Die aktiven Musiker waren junge Männer, die aus Liebe zur Musik abends nach ihrer Arbeit ein Instrument erlernten. Für den Dirigenten galt es, neben der Ausbildung an Einzelinstrumenten auch das Proben im Zusammenspiel zu üben, und dies so zu steigern, dass in kürzester Zeit ein homogener Klangkörper entstand. Dass dieser Klangkörper weiter ausgebaut wurde, kann man der Umsicht und Tatkraft des langjährigen Dirigenten Hermann Bauer verdanken, wobei der unermüdliche Einsatz der einzelnen Musiker nicht außer Betracht bleiben darf. So ist auch zu verzeichnen, dass der Verein in seinem Gründungsjahr weitere sechs junge Musiker in seinen Reihen begrüßen durfte.
Dies waren:
- Heinrich Gerstner +
- Heinrich Schaan +
- Johann Schorr +
- Josef Jenal +
- Heinrich Schmitt +
- Peter Dieudonne
Diese vierzehn Männer steigerten durch ihren unermüdlichen Eifer das Niveau ständig und sorgten dafür, daß der Musikverein Landsweiler in den folgenden Jahren am kulturellen Geschehen unseres Ortes regen Anteil hatte. Leider ist von diesen zwölf Männern der ersten Stunde keiner mehr am Leben.
Der Musikverein von 1935 1945
Das Jahr 1935 (die erste Rückgliederung unserer Saarheimat) brachte für den Musikverein eine umwälzende Änderung mit sich. Der Musikverein wurde der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei einverleibt und wurde so ständig in den politischen Rahmen der örtlichen Ereignisse einbezogen. 1940 wurden durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges die Arbeit und das Wirken des Vereins ganz gestört. Einberufungen zum Arbeitsdienst und zur Wehrmacht oder sonstigen Dienstverpflichtungen machten ein geregeltes und geordnetes Vereinsleben unmöglich. Dieser Zustand erstreckte sich bis ins Jahr 1945.
Der Musikverein nach dem zweiten Weltkrieg unter den Besatzungsmächten
Nach einjähriger Ruhe begann im Jahre 1946 eine Wiedergründung des Vereins. Leider hatte der 2. Weltkrieg furchtbare Wunden hinterlassen. Drei der Besten kehrten nicht mehr zurück: Johann Hoffmann, Josef Jenal und Peter Dieudonne. Fast sämtliches Notenmaterial war verloren, kaum ein vollständiges Musikstück war noch vorhanden. Zahlreiche Musikinstrumente fehlten. Die noch vorhandenen Instrumente waren zum Teil sehr stark beschädigt. Zu all diesen Schwierigkeiten kamen die Bestimmungen der Besatzungsmächte. Diese verboten die Gründung der örtlich geschlossenen Vereine. Es wurde daher wie in allen Orten der KULTURVEREIN LANDSWEILER BEI LEBACH gegründet. Dieser Kulturverein hatte neben den Sparten Gesang, Theater und Sport auch eine Sparte Musik. Präsident dieses zwangsläufig entstandenen Kulturvereins Landsweiler war unser Musikfreund Johann Schorr, dem die verwaltungsmäßige Fürsorge des Vereins
oblag. An dieser Stelle sei den Männern von 1948, die den Verein wieder ins Leben gerufen haben, dieselbe Ehre erwiesen, wie den eigentlichen Gründern.
Zu ihnen zählen: Johann Schorr +, Alois Brack, Adolf Feld, Heinrich Schmitt,
Heinrich Gerstner +, Wilhelm Weber +, Alex Dörr, Mattias Bettscheider, Ewald
Dillinger, Alfons Dörr, Wenzel Lieber, Johann Dillinger, Heinrich Schmitt-Balzer,
Edgar Feld, Helmut Lauer.
Die Neugründung des selbständigen Musikvereins
Die Kulturgemeinde Landsweiler hatte allerdings nur eine Dauer von drei Jahren. Denn die Sparte Musik fiel unter den Aufgabenbereich der Freiwilligen Feuerwehr Landsweiler, zu deren Diensten nun auch der Musikverein stand. Betreuer der Freiwilligen Feuerwehr war damals Herr Josef Brack, der auch 1948 der 1. Vorsitzende des Vereins wurde. Noch aber war der Musikverein Landsweiler in seiner früheren Form nicht entstanden, das alles befriedigte die aktiven Musiker nicht so sehr, es war alles mehr ein Provisorium.
Dann endlich im Jahre 1953 wurde ein bedeutender Schritt in der Vereinsgeschichte des Jubelvereins getan. Der Musikverein trennte sich von der Freiwilligen Feuerwehr und hielt im Januar 1953 eine Gründungsversammlung im Lokal Schmitt ab, in deren Verlauf wieder der Name ,,TREUE FEST“ angenommen wurde. Zum 1. Vorsitzenden wurde damals Herr Alex Dörr gewählt. Unter Führung des neugewählten Vorstandes begann der neuerliche Aufschwung des Musikvereins.
Der Musikverein unter der Leitung Erich Rossows
Unter Leitung Erich Rossows, der die Kapelle zu einem geschlossenen Klangkörper brachte und auch auf gute Jugendarbeit Wert legte, beteiligte sich der Musikverein Landsweiler wieder an kirchlichen Veranstaltungen wie Kommunionfeiern, Fronleichnamsprozessionen und an weltlichen Veranstaltungen wie Erntedankfesten und Musikfesten. Herrn Rossow gebührt das Verdienst, dass er zum 25-jährigen Stiftungsfest mit 27 Musikern einen beachtlichen Klangkörper vorstellen konnte, was für die damalige
Zeit sehr beachtlich war. An dieser Stelle sei nun ein Wort des Dankes ausgesprochen an den damaligen Dirigenten Herrn Erich Rossow.
Der Musikverein am 25-jährigen Stiftungsfest
Am 25-jährigen Stiftungsfest gehörten dem Musrkverein als aktive Mitglieder an: Erich
Rossow, Johann Dillinger, Heinrich Schmitt-Baltes, Ewald Dillinger, Helmut Lauer,
Edgar Feld, Wenzel Lieber, Josef Schug, Leander Schaan, Josef Kiefer, Ernst
Biesel, Hermann Meiser, Josef Feld, Heinrich Löw, Alex Dörr, Paul Schorr, Adolf
Feld, Alfons Dörr, Josef Wilhelm, Hans Löw, Benno Mees, Klaus Schaan, Adolf
Bauer.
Dem damaligen Vorstand gehörten an:
| 1. Vorsitzender | Alex Dörr |
| 2. Vorsitzender | Heinrich Löw |
| Schriftführer | Josef Brack |
| Hauptkassierer | Ewald Weber |
| 1. Beisitzer | Johann Dillinger |
| 2. Beisitzer | Josef Feld |
| 3. Beisitzer | Peter Bauer |
| 4. Beisitzer | Rudi Hoffmann |
Dem Festausschuss gehörten an: Dr. Schmitt, Josef Scheid, Peter Zapp, Peter Hoffmann, Rudi Hoffmann, Josef Schaan, Josef Brack, Josef Riehm, Peter Bauer. Die Patenschaft des Musikvereins „TREUE FEST“ Landsweiler wurde von dem Nachbarverein Musikverein 1862 Lebach übernommen. Aus berufllchen Gründen trat im März 1954 der bisherige 1. Vorsitzende Alex Dörr von seiner Position zurück. Die Generalversammlung wählte dann Herrn Johann Dillinger zum nächsten 1. Vorsitzenden, der später aus gesundheitlichen Gründen leider nur bis April 1957 die Geschicke des Vereins leiten konnte. Nachfolger wurde Herr Josef Brack, der im Jahre 1958 das 30jährige Stiftungsfest des Vereins
ausrichtete. Dieses Fest, das ja im großen Rahmen aufgezogen werden sollte, war
eine harte Aufgabe für alle damaligen Musiker. Auf Grund ihrer guten Kameradschaft und Energie wurde dieses Fest ein voller Erfolg.
Der Musikverein am 30-jährigen Stiftungsfest
Am 3O-jährigen Stiftungsfest gehörten folgende aktiven Mitglieder dem Verein an: Edgar Feld (Dirigent), Josef Bauer (Stellvertreter), Gerhard Bettscheider, Dietmar
Gerstner, Bernd Hassel, Enryin Hofmann, Gerhard Jenal, Heinrich Löw, Benno Mees,
Mathias Bettscheider, Toni Serf, Josef Feld, Josef Glessner, Erich Hoffmann, Albert
Hoffmann, Karl König, Johannes Löw, Helmut Mees, Peter Salina, Horst Schaan,
Rainer Schmitt, Gerd Schnur, Josef Schug, Wolfgang Schweizer, Alois Weber, Gerd
Weber, Heinz Weber.
Der Vereinsvorstand setzte sich zusammen aus:
| Ehrenpräsident | Johann Dillinger |
| Vorsitzender | Josef Brack |
| 2. Vorsitzender | Heinrich Schmitt-Becker |
| Schriftführer | Peter Zapp |
| Hauptkassierer | Berthold Meiser |
| Unterkassierer | Heinrich Schmitt Baltes |
| Beisitzer | Josef Bauer |
| Beisitzer | Alex Dörr |
| Beisitzer | Josef Feld |
| Beisitzer | Josef Schug |
Dem Fest- und Organisationsausschuß gehörten an: Anton Albert, Josef Brack, Eduard Breuer, Alex Dörr, Josef Löw, Berthold Meiser, Jakob Phillipi, Heinrich Schmitt-Becker, Alfons Schneider, Fritz Serf und Peter Zapp. Ehrenprotektor war Erasmus Schmitt, Landrat des Kreises Saarlouis.
Nach Herrn Erich Rossow, der im Jahre 1957 in die Ostzone auswanderte, waren abwechselnd bis 1961 Herr Edgar Feld sowie die Herren Friedel und Martin Leinenbach die Dirigenten unseres Vereins. Da diese Abwechslungen keine befriedigende Lösung war, sehnte man sich nach einem Dirigenten, der auf Jahre hin die musikalischen Darbietungen prägen und der zugleich junge Musiker heranbilden sollte. Nach vielen Mühen und langwierigen Verhandlungen gelang es schließlich dem Vorstand, unter Vorsitz des 1959 gewählten Heinrich Schmitt, einen Mann zu gewinnen, der für diesen Posten besonders geeignet schien, dies war Herr Willi Wolf aus Nalbach.
Der Musikverein unter der Leitung von Willi Wolf
Herr Willi Wolf war über 30 Jahre Klarinettist in der Bergkapelle, war seit Gründung
des Kreissynphonieorchesters Saarlouis dort als Fagottbläser tätig.
Weiterhin hatte er vor dem Musikverein Landsweiler schon einige andere Musikvereine als Dirigent geführt. Seine Persönlichkeit, seine Erfahrung und seine ausgeprägte Musikalität gaben den Musikern neuen Auftrieb und schufen ein Vereinsklima, das die Grundlage für ein stetes Weiterkommen bildete. Und dass er diese Aufgabe gemeistert hat, hat er in all den Jahren unter Beweis gestellt. Herr Willi Wolf übernahm den Verein am 1 . Oktober 1961 mit 23 aktiven Musikern.
Vom 25. bis 27. Mai 1963 feierte der Verein sein 35-jähriges Bestehen. Ausgerichtet wurde dieses Fest von Herrn Heinrich Schmitt und dem damaligen Schriftführer, Herrn Jakob Philippi. 25 Vereine aus dem Kreis Saarlouis beteiligten sich am Festzug. Hierdurch wurde dem Verein bestätigt, dass seine Popularität auch seitens der Bevölkerung aus nah und fern immer mehr wuchs. An diesem Fest gehörten dem Verein als aktive Musiker an: Josef Bauer sen., Josef Bauer jun., Engelbert Bauer, Lothar Bettscheider, Gerd Gasper, Dietmar Gerstner, Josef Glessner, Erich Hoffmann, Erwin Hoffmann, Willi Hoffmann, Wenzel Lieber, Benno Mees, Matthias Mees, Franz Mees, Guido Phillipi, Toni Sert, Heinrich Schmitt, Rainer Schmitt, Josef Schug, Wolfgang Schweitzer und Heinz Weber.
Der Vereinsvorstand setzte sich zusammen aus: Johann Dillinger (Ehrenpräsident), Heinrich Schmitt (1. Vorsitzender), Erich Hoffmann (2. Vorsitzender), Jakob Phillippi (Schriftführer), Lothar Bettscheider (Hauptkassierer), Josef Müller (Unterkassierer), Fritz Serf (1. Beisitzer) und Alfons Schneider (2. Beisitzer).
Den Fest- und Organisationsausschuss bildeten: Erich Hoffmann, Richard Jost,
Friedrich Krämer, Josef Löw, Benno Mees, Josef Müller, Jakob Philippi, Rudi
Schaan, Alfons Schneider, Ernst Waschbüsch, Urban Schmitt und Heinrich Schmitt.
Das Ehrenprotektorat übernahm damals Herr Peter Schmitt, Amtsvorsteher des Amtsbezirks Lebach.
Auf Herrn Heinrich Schmitt, der nun das Fest zur vollen Zufriedenheit seiner Musiker durchgeführt hatte, warteten schon neue Aufgaben, nämlich Jungmusiker für den Verein zu gewinnen. Auf Initiative des damaligen 1. Vorsitzenden wurden auf einen Schlag sieben Jungmusiker angeworben, die von den Senioren des Vereins kostenlos an ihrem Instrument ausgebildet wurden. Unter seiner Führung nahm nun der Verein jährlich wieder an Musikfesten, Kommersen und anderen Festlichkeiten teil. Leider musste Herr Schmitt aus Gesundheitsgründen nach 1Ojähriger Tätigkeit das Amt des 1. Vorsitzenden niederlegen. Seiner Tatkraft verdankt die Kapelle eine stetige Aufwärtsentwicklung. Herr Schmitt wurde dann zum Ehrenvorsitzenden ernannt und stand bis zu seinem Tod im Januar 1976 mit Rat und Tat dem Musikverein Landsweiler bei.
lm Jahre 1969 wurde in der Generalversammlung Herr Josef Bauer sen. zum 1. Vorsitzenden gewählt. Unter seiner Führung veranstaltete der Verein sein erstes Waldfest in den Stangen. Er und seine Musiker mussten unter erheblichen Mühen den Platz herrichten, um ein Fest veranstalten zu können. Das erste Waldfest wurde ein voller Erfolg. Dieses Waldfest bot die Möglichkeit, die finanzielle Misere im Verein abzudecken. Da Herr Josef Bauer aus beruflichen Gründen nicht mehr weiter dem Verein vorstehen konnte, wählte man am 6. Januar 1970 im Vereinslokal Thekla Bauer Herrn Eugen Eisenbarth zu dessen Nachfolger. Herr Eisenbarth, der damals 19 Jahre alt war, hatte sich eine große Aufgabe gestellt. Er versuchte, den Verein noch mehr im örtlichen und überörtlichen Leben ins Licht zu rücken. Seine erste Aufgabe war die Veranstaltung eines Musikermaskenballes (Mu-Ma-Ba) im Pfarrsaal. Um der Bevölkerung einen ständigen Einblick in die Arbeit des
Musikvereins zu geben, beschloss man, ein Weihnachtskonzert zu veranstalten. Am 25. Dezember 1970 gab der Musikverein Landsweiler sein erstes offizielles Weihnachtskonzert, das bei der Bevölkerung einen guten Anklang fand und deshalb
die ganzen Jahre hindurch beibehalten wurde. Nur ein ständiger Probenbesuch und intensive Probenarbeit ermöglichten jedes Jahr ein immer anspruchsvolleres Programm.
Der Musikverein bei Wertungsspielen
Eine weitere Aufgabe stellte Herr Eisenbart sich in Absprache mit dem Dirigenten, Herrn Willi Wolf, sich für die Teilnahme an den Kreiswertungsspielen zu melden. Für diese Teilnahme wurden an alle Musiker und an den Dirigenten hohe Anforderungen gestellt.
Der Verein nahm mit 27 Musikern am 3. November 1973 in Wallerfangen am Wertungsspielen des Bundes Saarländischer Musikvereine, Kreis Saarlouis, teil. Er erhielt das Prädikat: „1. Rang mit Auszeichnung“.
Die beiden Wertungsrichter, Herr Helmut Hase-Altendorf und Herr Gustav Lotterer, schrieben damals in ihrer Kritik: „Von den 27 Musikern ist zu sagen, dass sie unter Leitung ihres versierten Dirigenten sehr diszipliniert musizierten. Eine korrekte Wiedergabe der beiden original Blasmusikstücke war für den MV „TREUE FEST“ Landsweiler kein Problem.“
Der Musikverein spielte damals als Selbstwahlstück „Das Goldene Schloß“ von Hans Grätsch und als Pflichtstück „Thematische Skizze“ von Gustav Lotterer.
Bereits 1973 unternahm der Verein einen zweitägigen Ausflug nach Weißenbach im Murgtal. Da dieser Vereinsausflug sehr starke Resonanz zeigte, entschloss man sich, jedes Jahr eine solche Fahrt zu unternehmen. Weitere Ziele waren St. Märgen im Schwarzwald (1974), Waldkatzenbach im Odenwald (1975) und Meersburg am Bodensee (1976).
Der Musikverein, der nun auch in den Nachbarorten bekannt wurde, veranstaltete 1976 ein Konzert in der Aula von Lebach; er wirkte bei der Stadtwerdung am 25.6.1977 sowie in der Lebacher „Grünen Woche“ mit. Weiterhin übernahm er im Nachbarort Falscheid die gesamte musikalische Umrahmung beim 75jährigen Bestehen des Männergesangvereins. Erwähnenswert ist noch, dass der Verein am 13. Juli 1977 eine Jugendwerbung durchgeführt hat, wobei sich 16 Jungen und Mädchen bereit erklärten, ein Instrument zu erlernen.
Auch im Jahre 1977, am 19. November, nahm unser Verein an den Wertungsspielen des Kreises Saarlouis in Hülzweiler teil. Unser Verein erreichte in der Mittelstufe wiederum mit 116 Punkten einen “ 1.Rang mit Auszeichnung“. ln der abschließenden Dirigentenbesprechung wurde von den beiden Wertungsrichtern ausgesagt: „Der Musikverein Landsweiler, der im Verhältnis die wenigsten Musiker auf der Bühne hatte, besteht aus alten Routiniers“. Bei diesen Wertungsspielen wurde das Selbstwahlstück „Bella Vita“ von H. Hartwig und als Pflichtstück „Glückliche Fahrt“ von R. Zettler vorgetragen.
Musikfest 1978
Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens feierte der Verein im Juni 1978 seinen Geburtstag in einem Festzelt und war gleichzeitig Ausrichter des Kreismusikfestes. Alle Musiker waren stolz darauf, dass der BSM die Ausrichtung des Kreismusikfestes dem Musikverein „Treue Fest“ Landsweiler übertragen hatte. Höhepunkt des Festes war eindeutig der Festzug mit anschließendem Massenchor auf dem Sportplatz, bei dem über 20 Vereine (ca. 1000 Musiker!) mitwirkten. Der damalige Verein setzte sich aus folgenden aktiven Mitgliedern zusammen: Willi Wolf (Dirigent), Eugen Eisenbarth (1. Vorsitzender, Bariton), Benno Mees (2. Vorsitzender, Klarinette),
Seppel Bauer (Schriftführer, Klarinette), Josef Glessner (Kassenwart, Posaune), Engelbert Bauer (1. Beisitzer, Tuba), Josef Bauer (Ehrenvorsitzender, Tuba), Reinhilde Ziegler (Flöte), Josef Feld (Flöte), Mechtilde Brost (Klarinette), Christoph Feld (Klarinette), Joachim Knobe (Klarinette), Rosi Mees (Klarinette), Hiltrud Rosport (Klarinette), Eva Schmitt (Klarinette), Joachim Ewen (Flügelhorn), Christiane Neises (Flügelhorn), Georg Schmitt (Flügelhorn), Wolfgang Knobe (Trompete), Armin Mees (Trompete), Andreas Schmitt (Trompete), Andreas Schug (Trompete), Wenzel Lieber (Tenorhorn), Josef Schug (Tenorhorn), Peter Schug (Tenorhorn), Adolf Bulle (Posaune), Erwin Hoffmann (Posaune), Philipp Stief (Horn), Eugen Krämer (Schlagzeug) und Harald Mees (Schlagzeug).
Der Verein nach 1978
Mit dieser Besetzung war der Verein auch in dem nachfolgenden Jahr sehr erfolgreich und beendete dieses, wie auch in den vorigen Jahren, mit einem glänzenden Konzert. Mit diesem Konzert beendete unser langjähriger Dirigent (18 Jahre) Willi Wolf seine aktive Tätigkeit im MV Landsweiler.
Als neuer Dirigent wurde aus den eigenen Reihen Eugen Eisenbarth gewählt. Dieser setzte die musikalische Arbeit von Willi Wolf weiter fort und bestätigte sie in vier, im Niveau immer steigenden Weihnachtskonzerten. Aus privaten Gründen legte er im Frühjahr 1984 den Dirigentenstab nieder. Die nachfolgenden Jahre waren für den Verein ohne Dirigenten und durch das Abtreten einiger Musiker sehr schwer. Sogar der „harte Kern“ war kurz vor dem Resignieren. Dieser gab jedoch diesen Verein durch seine Freude an der Musik und durch sein festes Engagement nicht auf. Aus der sehr kleinen Besetzung von noch 14 ehrgeizigen Musikern ist nun wieder ein stolzer Verein aus 21 Mitgliedern geworden.
Neuer Aufschwung im September 1987
Nach der sehr langen Zeit ohne Dirigenten engagierte der Musikverein im September 1987 einen Berufsmusiker als Leiter des Vereins. Sein Name ist Walter Skarba und er ist derzeit als Trompeter am Staatstheater in Saarbrücken tätig. Er brachte es fertig, innerhalb von nur 3 Monaten ein Konzert einzuproben, das ohne jegliche Bedenken mit denen der umliegenden Vereine konkurrieren konnte. Es wäre noch anzumerken, dass der Verein in diesem Mann einen, im musikalischen wie auch im menschlichen und kameradschaftlichen Bereich sehr fähigen Leiter für seine Musiker gefunden hat.
Zunächst hielt der Aufschwung, der mit unserem neuen Dirigenten Walter Skarba kam, an. Der Musikverein wurde wieder aktiver, nahm neben den ortsgebundenen Verpflichtungen wie Fronleichnam, Kommunion usw. wieder am Musikgeschehen der Nachbarorte bzw. -vereine teil. Seitdem findet ebenfalls wieder regelmäßig an Fastnachtfreitag der Musikerhausball im Vereinsgasthaus „Thekla Bauer“ statt. Bald verfiel der Musikverein jedoch regelmäßig in Krisen, da aufgrund lückenhafter Stimmenbesetzung und dem ständigen Organisieren von Aushilfen sehr viel Energie abverlangt wurde und dem Musikanspruch nicht genüge getan wurde. Trotzdem setzten die Musiker lhre Arbeit tapfer fort. 1991 fand nach fast 10 Jahren Pause das erste Waldfest statt, was ein voller
Erfolg war. In diesem Jahr bekam der Musikverein jedoch einen Tiefschlag aus anderer Richtung. Nachdem im Sommer das Vereinsmitglied Engelbert Bauer einen schweren Unfall hatte, der alle sehr mitnahm, verstarb im Dezember Thorsten Bulle nach einem Autounfall.
Bergauf geht es anhaltend seit 1994. In diesem Jahr fanden statt das erste Mühlenfest im August, das seitdem das jährliche Sommerfest des Musikvereins bildet, die Gründung des Fördervereins, was 1995 zur Anschaffung der neuen Vereinsuniform führte, und die Gründung des Jugendorchesters.
In den letzten Jahren hat der Musikverein ein sehr aktives Vereinsleben entwickelt, was sich in Form von Vereinsabenden, Musikerwochenenden, Vereinsausflügen, Probewochenenden, Musikerhausbällen, Teilnahme an Fastnachtsumzügen, Weihnachtskonzerten, Konzerte bei Musikfesten benachbarter Musikvereine,
Konzerte bei Vereinen im Ort, Teilnahme am Ortsgeschehen (Fronleichnam,
Kommunion, Ständchen usw.) zeigt.
